Zwischen Christentum und Islam (Orbis mediaevalis. by Stefan Schröder

By Stefan Schröder

Die spätmittelalterlichen Reisebeschreibungen über die Wallfahrt nach Jerusalem sind einzigartige Zeugnisse der Kulturbegegnung. Ausführlich berichten die Verfasser über ferne Städte und exotische Länder, detailliert schildern sie die fremdartigen Verhaltensweisen ihrer Bewohner und die ungewohnten Lebensbedingungen. Die Pilgerberichte des Ulmer Dominikaners Felix Fabri gelten dabei als Höhepunkt des Genres. Mit außerordentlicher Akribie und Detailgenauigkeit hielt er die Erlebnisse seiner Jerusalemwallfahrten 1480 und 1483 fest. Neben dem monumentalen, an seine Klosterbrüder gerichteten Evagatorium Terrae Sanctae, Arabiae et Egypti peregrinationem verfasste er für ein Laienpublikum eine deutschsprachige model, einen geistlichen Pilgerführer und ein gereimtes Pilgerbüchlein. Aus kulturhistorischer Perspektive analysiert Stefan Schröder systematisch die Fremd- und Selbstbilder in den Werken des Felix Fabri und stellt sie durch den Vergleich mit Pilgerberichten des thirteen. bis 15. Jahrhunderts in einen größeren historischen Kontext. Im Blickpunkt stehen Fabris Strategien zur Vermittlung und Beglaubigung des Gesehenen sowie die Funktionalisierung des Fremden und Anderen zur Konstituierung von Norm- und Wertvorstellungen. Am Beispiel seiner Beschreibungen der Venezianer, Muslime und Juden werden die kulturellen Grenzen und Identitätsvorstellungen in vormodernen Gesellschaften hinterfragt. Anhand des Mittelmeers sowie der Landschaftsdarstellungen Palästinas und Ägyptens geht der Autor Fabris Raumkonzepten nach.

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Deutsche Besatzungsherrschaft in der UdSSR 1941–45: by Klaus-Michael Mallmann,Martin Cüppers,Andrej Angrick,Jürgen

By Klaus-Michael Mallmann,Martin Cüppers,Andrej Angrick,Jürgen Matthäus

Der Band enthält 2 hundred grundlegende Quellen zum Ostkrieg und den dort verübten Kriegsverbrechen aus allen einschlägigen internationalen Archiven: von Moskau, Kiew und Minsk bis Berlin und zum Militärarchiv Freiburg. Umfassend schildern die Quellen alle relevanten Aspekte wie die ›Judenfrage‹, das Vorgehen gegen die KPdSU, die Politkommissare und Partisanen sowie Wirtschaft, Kirche, Kultur, Volkstum, Stimmung in der Bevölkerung der besetzten Gebiete u.v.m. Dabei handelt es sich einerseits um Anweisungen an die Einsatzgruppen bzw. die ihnen untergeordneten Dienststellen von übergeordneter Stelle, andererseits um Berichte und Bilanzen der Kommandos nach ›oben‹. Unerlässlich für jeden, der sich mit dem Krieg im Osten, dem Holocaust und mit Genozid beschäftigt.

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Askese und Identität in Spätantike, Mittelalter und Früher by Werner Röcke,Julia Weitbrecht

By Werner Röcke,Julia Weitbrecht

Askese bezeichnet so unterschiedliche Praktiken wie Fasten, sexuelle Enthaltsamkeit, die Weltflucht in die Wüste oder auf eine Säule, bis hin zur Selbstkasteiung der Mystiker und zum Schweigen der Mönche. Alle diese Phänomene sind auf das Verhältnis des Einzelnen zu sich selbst und zur Gesellschaft bezogen. Der Band untersucht daher Vorstellungen von Askese in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit im Hinblick darauf, in welchem Verhältnis sie zur Identitätsbildung stehen: inwieweit Askese dazu genutzt wird, Identität zu konstituieren, die eigene Identität genauer zu verstehen oder zu verändern.

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Deutsch in Mittel-, Ost und Südosteuropa: Geschichtliche by Hannes Philipp,Andrea Ströbel

By Hannes Philipp,Andrea Ströbel

Der Band zur zweiten Jahrestagung des FZ DiMOS
2015 befasst sich neben sprach- und kulturwissenschaftlichen
sowie sprachhistorischen Artikeln auch
mit verschiedenen Themenbereichen des Erwerbs
und Unterrichts des Deutschen als Minderheitenbzw.
Fremdsprache im östlichen Europa. Neueste
empirische Erhebungen unterstützen die Beiträge
und geben einen Überblick über die sprachliche
Situation vor Ort.
Aus dem Inhalt: Grammatik der Familiennamen in
Deutschland und Armenien / Dokumentations- und
Recherchemöglichkeiten von Sprachinseldialekten (am
Beispiel des Russlanddeutschen) / Deutsche in Ungarn
in Reiseberichten des 16.–17. Jahrhunderts u. v. m.

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»Entwickelter Sozialismus" in Osteuropa.: Arbeit, Konsum und by Nada Boškovska,Angelika Strobel,Daniel Ursprung

By Nada Boškovska,Angelika Strobel,Daniel Ursprung

Im sozialistischen Osteuropa rückte ab den 1950er-Jahren mit der allmählichen Abkehr von utopischen Zielvorgaben für die nahe Zukunft die gegenwartsbezogene Konsolidierung der politischen, ökonomischen und sozialen Verhältnisse ins Zentrum politischen Handelns. Diese section des »entwickelten Sozialismus" gehört zu den dynamischsten Feldern der Osteuropaforschung. Sie löst sich zunehmend von Denkmustern des Kalten Krieges und nimmt vermehrt Fragen nach einem gemeinsamen oder geteilten Erbe postsozialistischer Gesellschaften und nach Ähnlichkeiten zwischen Ost- und Westeuropa in den Fokus. Die vorliegenden Beiträge setzen hier an und untersuchen in den Bereichen Arbeit, Konsum und Öffentlichkeit die Funktionsweise sozialistischer Gesellschaften. Dabei werfen sie die Frage nach der Erklärungskraft und Reichweite des Analysekonzepts »Sozialismus" auf: Reicht der Verweis auf die sozialistische Gesellschaftsordnung aus, um die beschriebenen Entwicklungen zu verstehen und zu erklären?

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Netzwerke der Kulturdiplomatie: Die internationale by Romain Faure

By Romain Faure

Können Geschichtsschulbücher zu einer Annäherung der Völker Europas beitragen? Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Frage vielerorts positiv beantwortet, sodass zahlreiche grenzübergreifende Schulbuchgespräche zustande kamen. In seiner Studie liefert Romain Faure die erste systematische Kartographie der internationalen Schulbuchrevision in Ost- und Westeuropa zwischen 1945 und 1989. Er zeigt, dass es neben den bekannten Schulbuchkommissionen zwischen der Bundesrepublik und Frankreich bzw. Polen etliche, bisher unerforschte Revisionsprojekte gegeben hat. Zugleich nimmt er die Akteure der Schulbuchgespräche in den Blick und zeichnet ihre dichte Vernetzung nach. Er legt dar, dass die Revisionsdiskurse und -praktiken im geteilten Europa breit zirkulierten und auf bisweilen überraschende Weise konvergierten. Dabei berücksichtigt er stets den vielschichtigen Kontext der Ost-West-Konfrontation und der verschiedenen europäischen Integrationsprozesse und leistet somit einen originellen Beitrag zur Geschichte der europäischen Kulturdiplomatie nach 1945.

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Der Kampf um Zimt und Betelnuss: Der Krieg zwischen der VOC by Jürgen Dibbelink

By Jürgen Dibbelink

Magisterarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Geschichte - Asien, FernUniversität Hagen, Sprache: Deutsch, summary: Die Geschichte des Königreiches Kandy auf Ceylon ist geprägt von ständi-gen Auseinandersetzungen mit den anderen Königreichen sowie mit den europäischen Eroberern. Das Königreich Kandy conflict, anders als andere Fürstentümer in Asien, über mehr als three hundred Jahre sehr erfolgreich damit, seine politische Integrität zu behaupten und die europäischen Mächte zu instrumentalisieren, um mit deren Hilfe die Unabhängigkeit zu bewahren. Dies gelang ihnen mit den Portugiesen, den Niederländern und den Briten in unterschiedlicher Weise und über einen unterschiedlichen Zeitraum und jede dieser drei Mächte hatte heftige Auseinandersetzungen zu bestehen und Niederlagen zu verkraften. Dabei hatte es Kandy mit unterschiedlichen Konzepten, Interessen und Zielsetzungen der Europäer zu tun. Hauptantrieb für die europäische enlargement battle der Handel mit Gewürzen. Bereits Kolumbus warfare auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien, um an die begehrten Gewürze heranzukommen. Dasselbe Anliegen hatten die Portugiesen bei ihren Entdeckungsfahrten wie schon in den Zeiten davor die Hanse, die Salz aus Südeuropa importierte. Allen europäischen Mächten und Organisationen warfare aber gemeinsam, dass die Triebfeder für die langen und gefährlichen Unternehmungen das Gewinnstreben conflict. warfare am Anfang der portugiesische Staat direkt am Handel und der Verbreitung des katholischen Glaubens interessiert, so folgten darauf deepest Handelsorganisationen in shape der Ostindienkompanien, die in erster Linie auf Handelsvorteile und eine Monopolstellung gegenüber ihren Konkurrenten bedacht waren, wozu in nach Etablierung auch die asiatischen associate zählten. Von dem Grundsatz, die Verbreitung des evangelischen Glaubens von der Ge-schäftstätigkeit zu trennen, wich die Vereenigte Oostindische Compagnie (VOC) erstaunlicherweise in Ceylon ab, was once ebenfalls in die Betrachtung einfließen muss.
Waren die Beziehungen mit den Portugiesen quick ausnahmslos durch kriegerische Konflikte geprägt, so herrschte zwischen der VOC und dem Königreich Kandy über quick a hundred Jahre ein unsicherer, aber dauerhafter Waffenstillstand. Umso überraschender ist es auf den ersten Blick, dass die Revolte in den niederländischen Gebieten in den Jahren 1760/1761 in einen Krieg zwischen der VOC und dem Königreich Kandy umschlug.

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Den Kalten Krieg vermessen: Über Reichweite und Alternativen by Frank Reichherzer,Emmanuel Droit,Jan Hansen

By Frank Reichherzer,Emmanuel Droit,Jan Hansen

Das Schlagwort „Kalter Krieg" prägte wie kein zweites die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. In diesem Band verstehen die Autoren den „Kalten Krieg" als Manifestation einer die Moderne prägenden Vorstellung von Ordnung, die sich aus der radikal-binären Logik des Entweder-Oder speißte. Bipolarität und binäres Denken schrieben sich als handlungsleitende Paradigmen in nahezu alle Bereiche der Gesellschaft ein. Sie waren aber niemals overall – höchstens in ihrem Anspruch.

Die Essays dieses Bandes skizzieren die Handlungsspielräume in der Ordnung des „Kalten Krieges". Sie unteruchen Irritationen, Reibungen, und Widersprüchen im Ordnungssystem. Sie Fragen nach den Paradoxien, nach den Gleichzeigkeiten des Ungleichzeitigen und auch nach den Ungleichzeitigkeiten des Gleichzeitigen. Sie loten die Reichweite des „Kalten Krieges" aus und erkunden seine Grenzen. Sie spühren Nieschen auf, in die der „Kalte Krieg" nicht eindrang. Schließlich begeben sie sich auf die Suche nach alterntiven Entwürfe, um so zu einer neuen Sicht auf die Zeit nach 1945 und das 20. Jahrhundert beizutragen. Im Kaleidoskop der Beiträge entsteht so eine Bild des „Kalten Krieges" – ein Bild nicht nur in schwarz-weiß, sondern vor allem auch in bunt.

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Kartoffelkrankheit und Nahrungskrise in Nordwestdeutschland by Ansgar Schanbacher

By Ansgar Schanbacher

Ein neuer, niedersächsischer Blick auf ein zentrales Thema der europäischen Geschichte - im Schnittfeld von Umwelt-, Wirtschafts- und Landesgeschichte. Ausgezeichnet mit dem Preis für Niedersächsische Landesgeschichte 2016.

Anders als der »Great Famine" im Irland der 1840er Jahre sind die Ausbreitung der Kartoffelkrankheit (Phytophthora infestans) seit 1845 und eine damit verbundene Nahrungskrise 1846/47 in Deutschland weitgehend in Vergessenheit geraten. Mitte des 19. Jahrhunderts folgten ihnen starvation, Tumulte und Auswanderung, aber auch gesteigerte Handelsaktivitäten, landwirtschaftliche Veränderungen und eine große gesellschaftliche Hilfsbereitschaft. Ansgar Schanbacher rekonstruiert diese beiden Ereignisse für das Gebiet der heutigen Bundesländer Niedersachsen und Bremen aus verschiedenen Blickwinkeln. So behandelt er die Wahrnehmung von Kartoffelkrankheit und Nahrungskrise durch die Zeitgenossen, die Reaktionen von Regierungen, Gemeinden und Betroffenen sowie den Umgang der Naturwissenschaft mit der neuen Herausforderung einer unbekannten Krankheit. Nordwestdeutschland zeigt sich dabei intestine in europäische und globale Wissens- und Handelsnetzwerke integriert. Die Einzelstaaten agierten jedoch trotzdem weitgehend auf eigene Faust, um die Krise zu bewältigen und einen gesellschaftlichen Umsturz zu verhindern.

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Historisierung: Begriff - Geschichte - Praxisfelder (German by Moritz Baumstark,Robert Forkel

By Moritz Baumstark,Robert Forkel

Der systematisch und historisch angelegte Band stellt zunächst das Spektrum des aktuell debattierten, vielschichtigen Historisierungsbegriffs vor und untersucht dann die Genese und Gegenwart historisierenden Denkens vom 18. bis zum 21. Jahrhundert vermittels einer Reihe von Fallstudien. 17 Beiträge führender Experten aus dem In- und Ausland präsentieren Forschungsergebnisse aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Philosophie, Theologie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte.

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